Das Terminal ist der beste Ort, um mit KI zu arbeiten

Burk Von Burk
Das Terminal ist der beste Ort, um mit KI zu arbeiten

Ich nutze dieselben KI-Modelle an drei völlig verschiedenen Orten. Im Browser-Tab. In einer Desktop-App. Im Terminal.

Unter der Haube läuft überall dasselbe Claude. Trotzdem fühlt sich jeder der drei Orte komplett anders an.

Und ich lande immer wieder im Terminal. Jedes Mal.

Der Browser-Tab

Der einfachste Weg. claude.ai öffnen, tippen, fertig. Nichts zu installieren, läuft auf jedem Rechner, auf dem Handy, auf einem fremden Laptop. Für eine schnelle Frage, einen Entwurf, eine Umformulierung reicht das völlig. Unterwegs, ohne meinen Mac, nutze ich genau das.

Die Grenze ist der abgeschottete Raum. Der Browser-Tab weiß nur, was ich hineinkopiere. Meine Dateien, meine Projekte, mein Code bleiben auf der anderen Seite der Scheibe.

Ich werde zur Kopiermaschine. Datei rein, Antwort raus, wieder zurückkopieren, von vorn. Für eine einzelne Sache in Ordnung. Für richtige Arbeit ermüdend.

Die App

Die Desktop-App geht einen Schritt weiter. Ein Tastenkürzel holt sie über die aktuelle Arbeit, statt sie in einem fernen Tab zu verstecken. Mit Claude Cowork bekommt sie sogar die Erlaubnis, in ausgewählten Ordnern selbst Dateien zu lesen, zu bearbeiten und anzulegen, statt nur zu beschreiben, was zu tun wäre. Seit Anfang Juli 2026 läuft das auch im Web und, in Beta, auf dem Handy, sodass eine Aufgabe am Schreibtisch startet und sich vom Smartphone aus weiterverfolgen lässt.

Über Connectors reicht die App zusätzlich in Google Drive, Slack, GitHub oder Notion hinein, sodass sie Kontext sieht, den ein Browser-Tab nie bekommt.

Besser. Näher an der eigentlichen Arbeit. Trotzdem klopft sie vor jeder Tür erst an, und irgendwo ist immer eine Decke, durch die sie nicht kommt.

Das Terminal

Dann kommt Claude Code. Es lebt in meinem Terminal, und das verändert die ganze Beziehung.

Es arbeitet mit meinen echten Dateien. Nicht mit Uploads, sondern mit denen, die tatsächlich auf der Platte liegen. Und es reicht deutlich weiter:

  • Befehle für mich ausführen
  • Mit Git sprechen und auf GitHub pushen
  • Meine FTP-Server ansprechen
  • APIs aufrufen
  • Sich in die anderen Kommandozeilen-Werkzeuge einklinken, die ich ohnehin schon nutze

Ein Durchgang im Terminal ersetzt bei mir oft zwanzig Kopiervorgänge im Browser. Mein gesamter Substack-Veröffentlichungsprozess läuft so — vom HTML-Entwurf bis zum Draft, ohne einen Browser zu öffnen.

Angefangen habe ich mit Webdesign, dann kamen Apps dazu, und KI-Coding hat mir diesen Sprung leicht gemacht. Genau dort, im Terminal, sitzt die eigentliche Kraft.

Je tiefer ein Werkzeug im eigenen System sitzt, desto mehr kann es für einen erledigen.

Das ist der ganze Grund, warum ich immer wieder zurückkomme. Im Browser bitte ich um Hilfe. Im Terminal gebe ich die Schlüssel aus der Hand.

Der Haken an der Sache

Nichts davon ist ohne Kompromisse zu haben.

Das Terminal schreckt Leute ab, zu Recht. Ein blinkender Cursor, keine Buttons, keine hübsche Oberfläche zum Draufklicken. Wer nie mit einer Kommandozeile gearbeitet hat, steht erst einmal vor einer Wand.

Der Browser gewinnt beim reinen Zugang. Jedes Gerät, nichts einzurichten, immer da.

Und je tiefer der Zugriff, desto genauer sollte man hinschauen, was man da eigentlich freigibt. Ein Werkzeug, das echte Dateien verändert und echte Befehle ausführt, verdient ein wachsames Auge. Ich behalte im Blick, was gerade passiert. Das sollte jeder tun, der so arbeitet.

Machbar ist es trotzdem, für die allermeisten. Im Browser anfangen. Zur App wechseln, wenn es näher heranrücken soll. Das Terminal wartet, bis man bereit ist, und ist ein guter Ort, sobald man erst mal drin ist.

Drei Türen, ein Modell

Dasselbe Modell, drei völlig verschiedene Türen. Der Browser ist die einfachste. Die App die bequeme Mitte. Das Terminal gibt mir die ganze Maschine.

Ich laufe immer wieder durch die letzte Tür. Nicht, weil das gerade angesagt wäre, sondern weil mir nichts anderes so wenig im Weg steht.

Wer sich fragt, ob sich der Aufwand für ein eigenes, tief integriertes KI-Setup überhaupt lohnt, und dabei eher ans eigene Business denkt als an Terminal-Befehle, findet bei burkhardrosemann.de eine Einordnung dazu. Wer stattdessen im Browser bleiben will, weil ein Werkzeug wie Comet die Suche direkt dort erledigt, macht damit auch nichts falsch. Nur ich lande eben im Terminal.

Bei mir zuhause funktioniert das reibungslos. In fremden Büros mit gewachsenen Word-und-Excel-Prozessen sieht die Sache anders aus, darüber habe ich getrennt geschrieben.

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