Nach dem Schreiben klicke ich kaum noch

Burk Von Burk
Nach dem Schreiben klicke ich kaum noch

Ich schreibe meine Artikel selbst. KI hilft mir beim Planen, Gliedern, manchmal beim ersten Entwurf. Danach lese ich nochmal drüber, streiche, was nicht sitzt, füge den Witz ein, der vielleicht nicht landet. Die Debatte dazu führe ich anderswo. Den Schritt danach mache ich nicht mehr von Hand.

Substack aufrufen, den Artikel hineinkopieren, die Formatierung retten, ein Titelbild suchen, den Untertitel setzen, entscheiden ob der E-Mail-Versand angehakt bleiben soll. Wenn es gut läuft, noch eine Note schreiben, bevor der nächste Entwurf ruft.

Das Klicken habe ich automatisiert.

Die andere Hälfte lief schon früher: Ein selbst gebautes Archiv, das zwanzig Jahre verteilte Artikel an einem Ort zusammengezogen hat. Das hier ist das andere Ende der Pipeline. Der Teil nach dem Schreiben.

HTML wird zu Markdown

Ein fertiger Artikel aus meiner selbst gebauten Editor-App ist eine HTML-Datei. Für Medium bleibt das so, weil Medium keine Automatisierung erlaubt. Das ist noch immer copy-paste, aber mit sauberem HTML geht es deutlich schneller als früher.

Substack läuft anders.

Substack bekommt Markdown mit Frontmatter oben drauf: Titel, Untertitel, Slug, eine kurze SEO-Beschreibung. H1 und Untertitel wandern ins Frontmatter und verschwinden aus dem Body, damit Substack keinen von beiden zweimal zeigt. Abschnittsüberschriften bleiben. Blockzitate werden Markdown-Zitate, Fettschreibung bleibt Fettschreibung, Links bleiben Links.

Dann das Titelbild. Standard ist Mediums Cover, direkt aus meinem RSS-Feed gezogen, damit beide Plattformen dasselbe Foto zeigen. Nur wenn Medium keins hat oder das Format für ein breites Cover nicht passt, nehme ich ein anderes. In jedem Fall landet es als WebP auf Substack.

Direkt unter dem Bild steht eine kursive Zeile, die auf die Medium-Version verweist. Ganz unten optional eine Werbung für eins meiner Gumroad-Produkte, zum Artikel abgestimmt.

Das ist die Automatisierung. Ich schreibe, Claude erledigt den Rest auf Substack.

Der Upload landet als Draft

Hochladen heißt zunächst Draft. Ich öffne ihn noch selbst und klicke auf Veröffentlichen. Ich könnte direkt live gehen, vielleicht tue ich das bald.

Notes haben keinen Draft-Schritt. Befehl ausführen, sofort live, kein Vorschau-Bildschirm dazwischen. Deshalb hat mein Notes-Befehl ein Dry-Run-Flag. Er baut den Post vollständig auf und gibt ihn aus, ohne das Netzwerk anzufassen. So fange ich einen schiefen Satz, bevor er ein schiefer Post ist, den alle sehen.

Zu Notes gleich mehr.

Notes kommen direkt nach dem Artikel

Sobald ein Artikel live ist, folgt eine Note. Ein Aufhänger, eine Zahl wenn der Text eine hergibt, ein knapper Satz zum Inhalt, dann der Link.

Die erste Note, die ich über dieses Ding abgeschickt habe, verlinkte auf die Medium-Version statt auf den Substack-Artikel. Kleiner Fehler.

Seitdem läuft das anders. Der Link zeigt jetzt auf den Substack-Artikel, vorher in der Live-Sitemap nachgeschlagen, nie aus irgendwelchen gerade offenen Tabs übernommen.

Substack hat kein öffentliches API

Zumindest nicht für meinen Account. Inzwischen soll es eines geben, aber nicht für alle.

Medium hat sein API vor Jahren abgedreht, nebenbei.

Also habe ich eine kleine Kommandozeile gebaut, mit Claude Code, aufgebaut auf drei Open-Source-Projekten, die jeweils ein Stück von Substacks privatem API nachgebaut hatten. Eins hatte den Draft-Flow größtenteils richtig, nur der Bild-Upload verwendete das falsche Format. Eins hatte die sauberste Kartierung der Notes-Mechanik. Ein kleines Ruby-Gem hatte das eine Stück, das die anderen beiden ausließen: Bilder an eine Note anhängen.

Posts und Notes laufen darunter auf zwei verschiedenen Dokumentformaten. Das musste ich erst herausfinden.

Hier hakt es noch

Nichts davon ist offiziell unterstützt. Substack kann jeden dieser Endpunkte morgen ändern, dann läuft nichts mehr, bis ich rausfinde warum.

Notes lassen sich per Kommandozeile noch nicht löschen oder bearbeiten, also sitzt eine falsche einfach da, bis ich sie manuell entferne.

Und jeder Befehl läuft noch von Hand, bewusst. Nichts postet automatisch auf einem Timer. Eine Note erscheint unter meinem Namen in dem Moment, in dem sie live ist, und ich will einen Menschen zwischen mir und diesem Befehl. Auch wenn dieser Mensch nur ich bin, der noch eine Zeile eintippt.

Das alles nach dem Schreiben war langweilig. Also habe ich es herausgeschnitten.

Ich veröffentliche auf Substack und Medium. Wenn ihr etwas Ähnliches für eure Posts baut: Das meiste ist zugänglicher als es aussieht. Die Open-Source-Vorarbeit ist da, man muss sie nur zusammenstecken.

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