Jahrelang war der Mac App Store einfach der Ort, an dem ich Apps geholt habe.
Unkompliziert. Suchen, klicken, laden. Apple kümmert sich um Updates. Alles wirkt ordentlich und offiziell. Ich habe das nie groß hinterfragt. So macht man das eben auf dem Mac.
Dann habe ich wegen Claude Code mehr Zeit im Terminal verbracht, und etwas verschob sich leise.
Zurück im Terminal
Vor 15 Jahren an der Uni war ich oft im Terminal. Zum Programmieren und für anderes. Seitdem fast nie.
Claude Code hat mich zurückgebracht. Wer Claude Code länger ernsthaft nutzt, weiß, was ich meine. Man ist viel im Terminal. Befehle eingeben, der Ausgabe beim Durchlaufen zusehen, sich mit der Oberfläche anfreunden. Was sich früher wie ein fremder Raum anfühlte, wird wieder völlig normal.
Und wenn das Terminal normal ist, fällt einem auf, was sonst noch dort wohnt. So bin ich richtig auf Homebrew gestoßen.
Homebrew, der Paketmanager
Homebrew ist ein Paketmanager für macOS. Die Idee ist simpel: Statt auf eine Website zu gehen, eine .dmg-Datei zu laden, sie in den Programme-Ordner zu ziehen und ab und zu ans Aktualisieren zu denken, tippt ihr einfach einen Befehl.
brew install rectangle
Fertig. Rectangle ist installiert. Schöne App übrigens. Und alle per Homebrew installierten Apps auf einmal aktualisieren?
brew upgrade
Ein Befehl. Alles aktuell. Kein Durchklicken durch Update-Dialoge, kein Warten auf das drehende Rädchen im App Store. Es ist in jeder Hinsicht schneller.
Claude Code als Beschleuniger
Vieles, was Claude Code tut, und vieles, was man dafür einrichten muss, läuft übers Terminal. Node, Git, Python-Umgebungen, allerlei Kommandozeilen-Werkzeuge. Nichts davon liegt im Mac App Store. Man landet also ohnehin bei Homebrew, schon wegen des Entwickler-Werkzeugs.
Und wenn man erst ein paarmal brew install getippt und gesehen hat, wie schnell und sauber das ist, fühlt sich der Weg zurück in den App Store für die normalen Apps langsam falsch an. Warum eine grafische Oberfläche öffnen, um etwas zu installieren, wenn eine Zeile reicht?
Das war der Moment. Nicht dramatisch. Nur ein kleiner Reibungsvergleich, den der App Store immer wieder verlor. Dazu kommt: Manche Tools kosten in der grafischen Version Geld und sind über Homebrew kostenlos. Ziemlich gut.
Der App Store ist eine kurze Liste
Der App Store hat nur, was Apple freigegeben hat. Eine eher strenge Liste. Homebrew hat im Grunde alles. Apps, die Apple nie freigeben würde, weil sie Teile von macOS anfassen, die die Store-Sandbox nicht erlaubt. Apps, die Entwickler direkt verkaufen und sich die Store-Gebühr sparen. Werkzeuge, die es nur als Kommandozeile gibt.
Einige der besten Mac-Apps gibt es nur über Homebrew. Rectangle für die Fenster-Verwaltung, Stats als Systemmonitor in der Menüleiste, Raycast, diverse Terminal-Emulatoren. Für grafische Apps gibt es das Cask-System: brew install --cask appname. Es ist also nicht nur etwas für Entwickler.
Diese Store-Gebühr ist übrigens dasselbe Thema, das gerade die kleinen App-Entwickler zerreibt, darüber habe ich getrennt geschrieben.
Der App Store bleibt
Geblieben sind die Apps, die es nur im App Store gibt, und die, die an meiner Apple-ID und ihrer Kaufhistorie hängen. Reeder zum Beispiel, oder Sachen, für die ich schon bezahlt habe und die in meinem Apple-Konto liegen. Apps, die auf iCloud-Sync gebaut sind.
Und die Sandbox des App Store ist nicht nur schlecht. Eine Store-App hat per Design begrenzten Zugriff aufs System. Wo das zählt, ist das eine vernünftige Schicht.
Für die meisten meiner täglichen Werkzeuge gehe ich aber zuerst zu Homebrew.
Die Lernkurve ist kürzer, als sie aussieht
Wer brew install gefolgt von einem App-Namen tippen kann, kann Homebrew nutzen. Auf der Homebrew-Website gibt es einen Einzeiler zum Einrichten. Danach ist fast alles nur brew install [name]. Es gibt dort auch eine Suche, mit der ihr prüft, ob eine App verfügbar ist. Meistens ist sie es. Bei grafischen Apps hängt ihr --cask an.
Das sind ungefähr 80 Prozent von dem, was ihr wissen müsst. Den Rest greift man mit der Zeit auf, vieles davon ganz nebenbei in Claude-Code-Sitzungen, wo Homebrew-Befehle einfach im Ablauf auftauchen.
Schleichend ersetzt
Der Mac App Store ist in Ordnung. Er geht nicht weg, und ich nutze ihn gelegentlich noch. Aber Homebrew ist schneller, hat mehr, und wenn man ohnehin regelmäßig im Terminal ist, der Weg mit weniger Reibung.
Claude Code hat mich ins Terminal gebracht. Das Terminal zu Homebrew. Homebrew hat den App Store für das meiste ersetzt. Die Kette hat vielleicht drei Monate gebraucht, und ich habe es erst gemerkt, als es schon passiert war.

