Die besten Blogplattformen 2026, meine Wahl

Burk Von Burk
Die besten Blogplattformen 2026, meine Wahl

Ich bekomme oft die Frage gestellt, wo man am besten mit einem eigenen Blog anfängt.

2026, mit KI in aller Munde, wird die Antwort komplizierter und gleichzeitig einfacher. Ihr könnt euch inzwischen mit KI eine eigene Website bauen, fast kostenlos und ohne große Vorkenntnisse.

Also hier meine Auswahl. Die bekannten Plattformen, die Außenseiter, und der Selbstbau-Weg, den ich für meine eigenen Seiten gegangen bin.

Einen klaren Sieger gibt es nicht. Unterschiedliche Leute, unterschiedliche Wahl.

Die vier bekannten Namen

Fangt mit den Namen an, die ihr wahrscheinlich schon kennt. Ein kurzer Blick auf jeden, Stand 2026.

Substack ist die große Adresse für alle, die Blog und Newsletter, kostenlos und bezahlt, in einem wollen. Ihr behaltet eure Leserliste, bekommt direkt von den Lesern bezahlt, und Notes bringt neue dazu. Die Plattform drängt inzwischen Richtung Video, mit eigenem Studio und einer TV-App. Dafür behält Substack 10 Prozent eurer Abo-Einnahmen, weshalb ein paar größere Autorinnen und Autoren irgendwann etwas anderes brauchen.

Medium ist da, wo ich seit 2021 schreibe. Die Wette der Plattform für 2026 heißt menschlich geschriebener Text gegen KI-Füllmasse. KI-Content wird eher aussortiert (klappt nicht immer perfekt), Kuration machen Menschen, und das Partner Program zahlt ohne Werbung. Fünf Dollar im Monat zum Lesen und Verdienen. Ich bin immer noch großer Fan, und ich finde, wer online schreibt, sollte auf Medium vertreten sein.

WordPress trägt einen riesigen Teil des Web. Immer noch. Volle Kontrolle, wenn ihr selbst hostet, endlose Plugins, jede Form von Anpassung. WordPress wirkt wie der Dinosaurier unter den vieren, weil es einer ist, mit Vor- und Nachteilen. Ihr baut damit fast alles, oft günstiger als anderswo, aber WordPress bringt auch Gepäck mit: Updates, gelegentliche Langsamkeit, Wartung.

Ghost ist die schlanke, unabhängige Variante. Das neue WordPress, wenn man so will. Ghost 6 hat sich ans soziale Web angeschlossen, Leser folgen eurem Blog jetzt auch von Mastodon oder Threads aus, und die Plattform behält 0 Prozent eurer Einnahmen. Start bei 15 Dollar im Monat, mehr mit wachsender Leserschaft. Bestes Backend im Vergleich, mit ein paar richtig guten Funktionen.

Die Außenseiter

Jetzt der spaßige Teil. Kleinere Plattformen, weniger Nutzer, mehr Nische.

Bear Blog. Schnell, kein JavaScript, keine Tracker, keine Cookies. Ein Discovery-Feed schickt Lesern zu neuen Blogs, was fast keine der anderen Plattformen bietet. Kostenlos zum Start, oder 5 Dollar im Monat für mehr. Simpel gebaut, dafür schnell, verlässlich, sicher.

Mataroa. Minimalistisch, eingebauter Newsletter, mit dem Versprechen dauerhaft günstig zu bleiben. Export jederzeit möglich, keine Bindung.

Blot. Ihr legt Textdateien in einen Ordner, daraus wird eure Website. Fünf Dollar im Monat. Mehr Produkt gibt es nicht. Einfacher geht kaum.

Keine dieser Plattformen bringt euch Substacks oder Mediums Reichweite. Das ist der Preis. Dafür bekommt ihr Tempo, niedrige Kosten, und etwas, das sich wie eures anfühlt.

Selbst bauen mit KI

Diese Option gab es für die meisten „normalen" Leute vor ein paar Jahren noch nicht.

Ich betreibe seit Jahren ein paar eigene Seiten. Aber inzwischen ohne WordPress, ohne Page-Builder, ohne monatliche Plattformgebühr. Reine Dateien, die mir gehören, auf günstigem Hosting. Vor einem Jahr hätte das noch bedeutet, selbst programmieren zu können. Jetzt nicht mehr.

Ich baue meine Seiten mit Claude Code. Ich beschreibe die Seite, das Tool schreibt den Code, ich prüfe drüber. Was früher eine Woche gefressen hat, ist an einem Abend erledigt.

Ihr müsst das auch nicht selbst zusammenbauen. Tools wie Claude Code, Codex, Lovable, Bolt oder die Unmenge anderer auf dem Markt nehmen eine Beschreibung und liefern euch in Minuten eine funktionierende Seite.

Hosting kostet fast nichts. Eine statische Seite auf Cloudflare Pages gibt euch unbegrenzte Bandbreite umsonst. Domain draufzeigen, live.

Diesen Weg bin ich schon vor Jahren gegangen, damals noch mit einem einfacheren Setup. Der Unterschied heute: KI nimmt die eine Hürde weg, die die meisten Leute bisher gestoppt hat. Der Code.

Ein Haken bleibt. Die Pflege liegt bei euch. Keine eingebauten Leser, nur weil die Seite gut aussieht.

Die Kompromisse

Die großen Plattformen bringen euch Publikum, verlangen dafür einen Anteil und setzen die Regeln. Substack hat Discovery und Notes, Medium hat Kuration und Boost, aber beide können die Regeln morgen ändern.

Die Außenseiter geben euch Tempo und Unabhängigkeit, aber Leser müssen eure URL schon kennen.

Selbst bauen gibt euch die meiste Kontrolle und die niedrigsten Kosten, verlangt dafür am meisten von euch zurück. Ihr seid jetzt die Plattform. Vorteil: Aussehen und Funktion ganz nach eurer Vorstellung. Nachteil: Ihr müsst selbst prüfen, ob die KI wirklich alles richtig gemacht hat.

Meine Wahl

Wo also anfangen?

Wollt ihr, dass Leser euch finden und euch vielleicht bezahlen, geht zu Substack oder Medium, oder beides. Genau das mache ich.

Wollt ihr etwas Schnelles, Günstiges, Eigenes, seid ihr bei Bear Blog oder Mataroa gut aufgehoben.

Wollt ihr genau das bauen, was euch vorschwebt, und jeden Pixel selbst kontrollieren, macht es selbst mit KI. Das ist inzwischen eine Option für alle, nicht mehr nur für Entwickler.

Ich stehe mit einem Fuß in zwei dieser Lager. Mein Schreiben lebt auf Substack und Medium. Meine eigenen kleinen Seiten laufen mit Code, den ich mit KI gebaut habe.

Beides fühlt sich gut an. Aus unterschiedlichen Gründen. Wer sich Schritt für Schritt durch den Eigenbau führen lassen will, findet einen praktischen Leitfaden dazu bei Burkhard Rosemann Webdesign.

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