Die besten Newsletter-Plattformen 2026, mit Preisen von heute

Burk Von Burk
Ein Briefumschlag-Symbol neben drei gestapelten Listenbalken, darunter die Jahreszahl 2026
Eigene Grafik

Im Oktober habe ich Newsletter-Plattformen sortiert. Zehn Monate später wurde ein Gratis-Tarif halbiert. Zweimal. Ein anderer ist weiter groß. Und das Werkzeug, das ich selten eine Newsletter-Plattform nenne, rückt einen Platz nach oben.

Hier also die Fassung für 2026. Sieben Plattformen, von unten nach oben. Platz eins bleibt derselbe wie im letzten Jahr.

7. MailerLite

MailerLite war im letzten Jahr auf Platz fünf. Das Werkzeug selbst ist weiter in Ordnung: Drag-and-drop-Editor, Automationen, Landingpages, brauchbare Statistiken. Daran hat sich nichts geändert.

Geändert hat sich der Gratis-Tarif. Von 1.000 Abonnenten auf 500 im September 2025, von 500 auf 250 im Juli 2026. Die Mails pro Monat gingen von 12.000 auf 2.500 runter. Das ist inzwischen eher eine Testphase als ein Tarif. Für mich klingt das, als hätte MailerLite Mühe, mit der Branche mitzuhalten. Ich würde nicht mehr darauf setzen.

Vorerst bleibt MailerLite ein gutes, klassisches E-Mail-Tool. Wer kostenlos anfangen wollte, ist hier aber falsch.

Passt für: alle, die ein klassisches E-Mail-Marketing-Tool wollen und von Anfang an zahlen.

Schwäche: der Gratis-Tarif. Zweimal gekürzt in zehn Monaten.

6. Gumroad

Hoch von Platz sieben. Immer noch der Außenseiter. Irgendwie.

Gumroad ist mein Shop. Vorlagen, Guides, App-Icons, was ich eben baue. Aber Gumroad hat auch eine kostenlose Anmeldeseite (eurname.gumroad.com/subscribe), einbettbare Formulare, E-Mail-Sendungen und Workflows. Also E-Mail-Automation. Willkommensserien, Nachfassmails nach dem Kauf und Filter wie „hat Produkt X gekauft" oder „hat Y noch nicht gekauft".

Andere Plattformen lassen sich genau das bezahlen. Gumroad nimmt 10 Prozent plus 50 Cent pro Verkauf und nichts im Monat. Wer nichts verkauft, zahlt nichts.

Der Haken ist derselbe wie im Dezember: Eine bestehende Liste lässt sich nicht importieren. Als ich zuletzt in der Hilfe nachgesehen habe, war der einzige Weg, die Leser noch einmal um eine Anmeldung zu bitten. Bei null anzufangen ist mit Gumroad prima. 2.000 Leute mitnehmen, nein.

Deshalb gehen meine Produkt-Mails über Gumroad raus, und der Newsletter selbst bleibt auf Substack.

Passt für: alle, die digitale Produkte verkaufen und ihre Liste von vorn aufbauen.

Schwäche: kein Import. Ein schlichter Editor. Nach Newsletter fühlt es sich weiter nicht an.

5. EmailOctopus

Einen Platz hoch, weil MailerLite abgerutscht ist. EmailOctopus hat sich kaum verändert. Genau darum geht es.

Der Gratis-Tarif umfasst 2.500 Abonnenten und 10.000 Mails im Monat. Pro beginnt bei 9 Dollar im Monat, jährlich abgerechnet. Automatische Sequenzen, einfache Vorlagen, genug Statistik. Die Oberfläche ist klein. Das mag ich.

Passt für: Schreibende mit kleinem Budget, Solo-Blogger, alle, die E-Mail-Automation ohne Kreditkarte ausprobieren wollen.

Schwäche: Wenig Gestaltungsspielraum. Im Gratis-Tarif eine Landingpage und EmailOctopus-Branding.

4. Ghost

Ghost ist ein Blog mit angebautem Newsletter. Open Source, läuft auf eurer Domain, kann bezahlte Mitgliedschaften, und das Design ist das beste auf dieser Liste.

Der Preis ist die Sache. Ghost(Pro) beginnt bei 18 Dollar im Monat, jährlich abgerechnet, für 1.000 Mitglieder, und dieser Starter-Tarif kann keine bezahlten Abos. Publisher kostet 29 Dollar im Monat, dafür ohne Anteil an euren Abo-Einnahmen. Wer weiß, was er tut, hostet Ghost kostenlos selbst, gern bei einem deutschen Hoster. Die meisten von uns wissen es nicht.

Passt für: bezahlte Newsletter, die zugleich ein Blog sind, und alle, die Daten und Design komplett in der Hand haben wollen.

Schwäche: Preis. Einrichtung. Kein Gratis-Tarif, außer ihr hostet selbst.

3. beehiiv

beehiiv ist auf Wachstum gebaut. Empfehlungsprogramme, ein Werbenetzwerk, gegenseitige Empfehlungen zwischen Newslettern, eigene Domains, bezahlte Abos. Substack mit Marketingabteilung.

Der Launch-Tarif ist kostenlos bis 2.500 Abonnenten, ohne Limit beim Versand. Scale kostet 43 Dollar im Monat. Und beehiiv nimmt 0 Prozent von euren Abo-Einnahmen, nur die Stripe-Gebühr fällt an. Gegenüber Substack ist das ein großer Unterschied, sobald Geld reinkommt.

Passt für: alle, die auf Wachstum aus sind und aus dem Newsletter ein Geschäft machen wollen.

Schwäche: Viel Plattform für „ich will nur Mails verschicken". Der Sprung von kostenlos auf 43 Dollar ist steil.

2. Kit

Kit (früher ConvertKit) hat inzwischen den größten Gratis-Tarif hier: bis zu 10.000 Abonnenten, Sendungen, Landingpages und Formulare, Tags, und ihr könnt damit digitale Produkte verkaufen.

Das Kleingedruckte: Automationen und E-Mail-Sequenzen liegen im Creator-Tarif für 33 Dollar im Monat. Der Gratis-Tarif taugt also fürs Versenden, nicht für Funnels. Das Creator Network für gegenseitige Empfehlungen und die Integrationen (SparkLoop, Gumroad, Shopify) sind die Gründe, aus denen Profis Kit nehmen.

Passt für: alle, die bei null anfangen und später verkaufen wollen.

Schwäche: Automation kostet. Und mit wachsender Liste wird es teuer.

1. Substack

Wie im letzten Jahr. Und ich weiß, Substack ist in den wenigsten Einzeldisziplinen das Beste.

Der Editor ist begrenzt. Automation gibt es kaum, abgesehen von einer Willkommensmail. Und Substack nimmt 10 Prozent von bezahlten Abos, plus Stripe, ohne Deckel.

Aber es ist kostenlos. Newsletter, Blog, Podcast und bezahlte Abos an einem Ort. Dazu Social Media. Ihr könnt eine eigene Domain verbinden. Ihr könnt eure Liste jederzeit exportieren. Und es bringt ein Netzwerk mit: Empfehlungen, Notes, die App.

Das eine, was für mich am meisten zählt: Es rankt bei Google. Mein Newsletter bekommt mehr Leser über die Suche als über jeden Social-Feed, und dafür brauchte es eine eigene Domain und etwas Substack-SEO. Kaum ein E-Mail-Tool bietet das überhaupt. Eine MailerLite-Kampagne ist am Tag nach dem Versand weg. Ein Substack-Beitrag ist eine Seite, die weiterarbeitet.

Für Schreibende gewinnt die Newsletter-Plattform, die auch ein Blog ist.

Passt für: Schreibende. Alle, die Newsletter, Blog und eine Bezahlstufe wollen, ohne monatliche Gebühr.

Schwäche: Die 10 Prozent wachsen mit eurem Erfolg. Wenig Formatierung. Automation praktisch keine.

Die Kehrseite

Erst die Kosten. Substack und Gumroad nehmen einen Anteil. Kit, beehiiv und Ghost nehmen eine feste Gebühr und 0 Prozent von euren Einnahmen. Bei 200 Dollar Abo-Einnahmen im Monat sind 10 Prozent 20 Dollar, und die festen Gebühren sehen albern aus. Bei 2.000 Dollar nimmt Substack 200, und beehiiv kostet weiter 43. Irgendwo dazwischen kippt die Rechnung. Die meisten von uns kommen nie dahin. Manche schon.

Zweitens: Gratis-Tarife schrumpfen. MailerLite ist dieses Jahr der Beleg, und es wird nicht der letzte sein. Baut nicht auf einen Gratis-Tarif, als wäre er ein Versprechen. Er ist ein Angebot.

Drittens: Jeder Wechsel kostet Leser. Ein Umzug heißt neuer Absender, neue Bestätigungsmails und ein Teil, der sich nie wieder anmeldet.

Und für uns in Europa noch ein Punkt: Alle sieben sitzen in den USA. Wer die Adressen seiner Leser lieber hier lassen will, hat auf dieser Liste nur einen Weg, Ghost selbst gehostet, bei einem Anbieter in Deutschland oder der EU. Alle anderen brauchen einen Auftragsverarbeitungsvertrag und ein gutes Gefühl bei den Standardvertragsklauseln. Das ist machbar, aber es ist ein Punkt mehr auf der Liste.

Unterm Strich

Mein Newsletter läuft auf Substack, meine Produkt-Mails laufen über Gumroad. Zwei Werkzeuge, beide kostenlos, beide gut in dem, was sie tun.

Wer heute mit null Lesern und ohne Produkte anfängt: Substack. Wer etwas verkauft: Gumroad daneben. Wer von Tag eins an ein Geschäft mit Funnels will: Kit oder beehiiv. Und wer wissen will, wie Substack sich neben den Blogplattformen schlägt, findet das im Nachbarartikel.

Nächstes Jahr sieht die Liste wieder anders aus. Da bin ich sicher.

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