„Indexiert Google Subdomains?" taucht jede Woche in meiner Search Console auf. Und landet auf einer Seite, die die Frage gar nicht beantwortet. Also beantworte ich sie hier.
Kurz: Ja. Google indexiert Subdomains wie jede andere Website auch. Warum auch nicht? Ein paar Dinge solltet ihr trotzdem wissen, und dazu habe ich Zahlen.
Meine Zahlen
Ich betreibe eine Domain, byburk.net. (Streng genommen mehr, aber die spielen heute keine Rolle.) Alles, was ich veröffentliche, liegt auf Subdomains davon, und die zeigen auf die Server anderer Firmen: stories.byburk.net ist Medium, letters.byburk.net ist Substack, shop.byburk.net ist Gumroad. Den Aufbau habe ich schon beschrieben.
Heute Morgen habe ich für die beiden großen die letzten 90 Tage aus der Search Console gezogen.
stories.byburk.net: 1,2 Millionen Impressionen, rund 11.800 Klicks, 749 verschiedene Seiten, die mindestens einmal bei Google auftauchten.
Medium läuft bei Google ziemlich gut.
letters.byburk.net: 475.000 Impressionen, rund 1.800 Klicks, 693 Seiten.
Substack liegt deutlich dahinter. Das liegt nicht (nur) an Substack, sondern eher daran, wie ich Substack nutze.
Zusammen 1,7 Millionen Impressionen. Auf zwei Subdomains. Keine davon ist „meine Website" in dem Sinn, den die meisten meinen. Medium hostet die eine, Substack die andere. Google ist das egal.
An der Größe liegt es auch nicht. Ich habe ein paar winzige Tools auf Subdomains, Einseiter, auf die niemand verlinkt. cardgen.byburk.net kam auf 106 Impressionen. Wenig, aus gutem Grund: Ich bewerbe das nirgends, und Inhalt gibt es dort kaum. quote.setstack.net kam auf 62. Kein Ruhmesblatt, aber indexiert. Google hat sie von allein gefunden.
Jede Subdomain ist eine eigene Website
Jetzt das Kleingedruckte. Google behandelt jede Subdomain als eigene Website. Von der Hauptdomain erbt sie also nichts.
Das seht ihr schon daran, wie die Search Console gebaut ist. Eine URL-Präfix-Property deckt eine Adresse samt Unterseiten ab. Eine Domain-Property ist die Variante, die Subdomains einschließt. Entweder ihr bestätigt die ganze Domain, oder ihr bestätigt stories. und letters. einzeln. Ich habe Letzteres gemacht, und beide stehen als getrennte Properties mit getrennten Zahlen da. Der Weg ist ziemlich egal. Ich mag die Trennung.
Googles John Mueller hat 2018 gesagt: „In general, we see these the same." Gemeint sind Subdomain und Unterordner, also letters.byburk.net gegen byburk.net/letters/. Ganz stimmt das nicht. Es kommt darauf an, in welchem Sinn „gleich" gemeint ist.
Für eine Subdomain heißt „gleich": Sie wird gecrawlt, indexiert und nach eigenem Verdienst bewertet. Einen Vorsprung von der Hauptdomain bekommt sie nicht. letters.byburk.net hat von byburk.net nichts geerbt. Es hat nahe null angefangen und sich hochgearbeitet. Links auf stories. helfen stories. Nicht letters.
Eine Subdomain rankt wie eine neue Website, weil sie für Google eine ist.
Ob ein Unterordner besser gelaufen wäre, ist die alte Debatte. Logisch wäre es: Der Ordner sitzt in der Domain und bekäme deren Vertrauen ab. Wer selbst hostet, etwa mit WordPress bei einem deutschen Hoster, hat diese Wahl. Bei Medium und Substack habt ihr sie nicht. Subdomain oder die Adresse der Plattform, das war's. Also bleibe ich in diesen Fällen bei Subdomains.
Unsichtbar bleibt sie aus anderen Gründen
Taucht eure Subdomain nicht auf, liegt es meistens nicht daran, dass sie eine Subdomain ist.
Die Gründe sind dieselben wie bei jeder Website. Niemand verlinkt darauf. Backlinks sind der große Brocken bei SEO, viel wichtiger als all die „SEO-Tipps" zu Titeln, Meta-Beschreibungen und Keywords. Die sind Feinschliff, die bringen euch von 90 auf 100 Prozent. Den Rest bringen Links.
Oder die Sitemap fehlt oder ist kaputt. Dann habt ihr Google nie gesagt, dass es die Seite gibt. In der Theorie findet Google euch trotzdem … in der Theorie.
Manche Plattformen setzen irgendwo ein noindex. Das heißt: Google soll die Seite NICHT finden. Schlecht.
Oder das Canonical-Tag zeigt noch auf die Plattform-Adresse statt auf eure. Das kann nach dem Verbinden einer Domain eine Weile so bleiben, soweit ich das gesehen habe. Oder die Seite ist schlicht neu, und Google war noch nicht da.
Die Abhilfe ist immer ähnlich: Subdomain in der Search Console bestätigen, Sitemap einreichen, warten. Substack hat eine unter /sitemap.xml. Bei Medium war die eigene Domain der eine Schalter, der bei mir alles verändert hat.
Die Kehrseite
Jede Subdomain fängt von vorn an. Zehn Subdomains sind zehn Websites, die getrennt Vertrauen aufbauen, zehn Properties, zehn Sitemaps. Meine zwei sind gut zu handhaben. Zehn würden mich nerven.
Eine neue Subdomain kann schlechter ranken als die Plattform-Adresse davor. Wahrscheinlich tut sie das sogar. Mediums Domain-Autorität ist riesig, eurname.medium.com zehrt davon. blog.eurname.de zehrt von nichts. Die Delle geht vorbei, bei mir jedenfalls, aber sie ist da. (Trotzdem bleibt die eigene Domain die richtige Entscheidung.)
Und die Hauptdomain bleibt bei mir leer. Manche SEO-Leute würden das Verschwendung nennen. Vielleicht. Ich bin damit noch nicht durch.
Unterm Strich
Ja, Google indexiert Subdomains. Über 1.400 meiner Seiten auf zwei davon, auf Servern, die mir nicht gehören, und ich habe dafür kaum mehr getan, als eine Domain zu verbinden und eine Sitemap einzureichen.
Dafür bekomme ich etwas, das an eurname.medium.com oder eurname.substack.com nie hängen wird: Die Autorität liegt auf meinen Subdomains. Die nehme ich mit, wenn ich die Plattform wechsle, ohne Rankings, Autorität oder Inhalte zu verlieren.
Deshalb: Verbindet eine eigene Domain oder Subdomain. Immer.
Und zur eigentlichen Frage: Hinter „Indexiert Google Subdomains?" steckt meistens eine andere. Rankt sie? Das hängt von denselben Dingen ab wie immer. Der Inhalt der Seite, die Links darauf und eure Ausdauer. Das ist SEO in einem Satz.

